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Der Wettbewerb um den Bau von Luxusvillen auf Mallorca wird härter

Bauunternehmen vom spanischen Festland kommen nach Mallorca und verschärfen den Preiskrieg auf dem Immobiliensektor für Luxusimmobilien. Die Altstadt, Santa Catalina oder El Molinar im Zentrum des Interesses.

Luxusvilla im Bau

Laut Aussagen des für diesen Sektor zuständigen Vorsitzenden des Arbeitgeberverbandes der Balearischen Inseln, Fernan Luis, verzeichnen die Balearen einen „scharfen Wettbewerb“ zwischen Bauunternehmen um die Errichtung und Modernisierung hochwertiger Luxusvillen. Die derzeit auf der Inselgruppe verzeichnete Nachfrage oftmals ausländischer Kunden hat dazu geführt, dass Bauunternehmen von der spanischen Halbinsel auf die Inseln kommen, und den Niedrigpreiskrieg in diesem Sektor verschärft.

Die Hauptrolle, die dabei auf dem Balearischen Immobilienmarkt diesen Luxusimmobilien zukommt, wird von allen Branchenvereinigungen kommentiert. Vor einigen Tagen unterstrich der vor Kurzem wiedergewählte Präsident des Dachverbandes der Bauträger auf den Balearischen Inseln (Asociación Empresarial de Promotores Inmobiliarios de Baleares, Proinba), Luis Martín, dass es sich bei der Hälfte der aktuell auf den Inseln gebauten Wohnimmobilien um Einfamilienhäuser handele, während die Preise für einen Großteil der Mehrfamilienhäuserprojekte für die meisten Inselbewohner unerschwinglich seien. Daten des Colegio de Aparejadores, der Hochschule für Bauingenieurwesen von Mallorca, weisen in dieselbe Richtung: im vergangenen Jahr wurden 598 Wohnimmobilien, darunter 388 Einfamilienhäuser, genehmigt (die in Zukunft errichtet werden); in den neun ersten Monaten dieses Jahres lag die Zahl der Einfamilienhäuser bei 354 von insgesamt 1046 geplanten Wohnimmobilien, was das enorme Gewicht verdeutlicht, das diese Immobilienform erlangt hat.

Laut Fernan Luis entwickelt sich der Bau von Einfamilienhäusern und die Sanierung hochwertiger Immobilien zu einem der zentralen Motoren des Bausektors, vor allem zu einem Zeitpunkt, an dem die Investitionen in die Modernisierung touristischer Anlagen, die Entwicklung von Büro- und Geschäftsräumen und öffentliche Bauvorhaben rückläufig sind.

Dies führt dazu, dass Bauunternehmen aller Art heute darum kämpfen, Wohnprojekte im oberen Segment an Land zu ziehen, die von Sanierungsobjekten für Mindestpreise von rund 200.000 Euro bis hin zum Neubau von Einfamilienhäusern mit Investitionen von bis zu sechs Millionen Euro reichen.

Die Nachfrage in diesem Bereich ist groß und erreicht viele Regionen der Insel. In Palma stehen vor allem die Altstadt, Santa Catalina oder El Molinar im Zentrum des Interesses. Dazu kommen andere Gemeinden wie Andratx oder Pollença und zentrale Orte wie Porto Cristo.

Die Kunden kommen in diesen Fällen häufig aus Deutschland oder Großbritannien (López unterstreicht, dass die Folgen des Brexit darauf kaum spürbar seien) sowie vermehrt auch aus Skandinavien, insbesondere Schweden.

Preiskrieg bei Luxusimmobilien auf Mallorca

Viele Bauunternehmen haben in diesem Marktsegment eine starke Einnahmequelle ausgemacht und machen nun Jagd auf diese Kunden – auch wenn sie zum Teil über praktisch keine Erfahrungen im Bereich Luxusimmobilien verfügen, so Luis. Das Anbieten niedrigerer Preise wird für sie so zu einem der wesentlichen Anreizpunkte, unabhängig von der Qualität der Arbeit, beklagt Fernan Luis.

Doch mit der Ankunft von Unternehmen von der spanischen Halbinsel sind weitere Akteure in das Spiel eingetreten. Der Präsident der Bauunternehmen der Inseln unterstreicht, dass gegen die Präsenz dieser Firmen nichts einzuwenden sei, solange sie sich an die geltenden Vorschriften hielten. Doch genau da beginnt ein Teil des Problems.

Laut Luis bringen einige dieser Firmen ihr eigenes Personal mit, für das die Tarifverträge ihrer Herkunftsregion gelten, die in einigen Fällen niedrigere Lohnkosten vorsehen als auf den Balearen, obwohl für jede Arbeit auf dem Gebiet der Inseln die hier geltenden Tarifverträge verbindlich vorgeschrieben sind.

Der Eintritt in den Luxusimmobiliensektor von auf den Inseln ansässigen Bauunternehmen ohne Erfahrung mit dieser Art von Produkt hat bereits zu sinkenden Preisen geführt. Das Auftreten von Unternehmen vom spanischen Festland hingegen, die bezüglich der angewendeten Tarifverträge betrügerisch handeln, hat zu einer weiteren Verschärfung des Problems geführt und macht es für Bauentwickler, die auf Qualitätsimmobilien spezialisiert sind, schwierig, sich am Markt zu behaupten. Das hat den Vorsitzenden des Arbeitgeberverbandes der Balearischen Inseln dazu veranlasst, ein Eingreifen der Arbeitsaufsicht zu fordern, um diesen Verstößen Einhalt zu gebieten.