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Ferienvermietung im Visier: Neue Maßnahmen gegen die illegale Ferienvermietung auf Mallorca

Mallorca und die Balearen haben es mit einem regelrechten Boom bei den illegalen Ferienvermietungen zu tun. Daher haben sich auch die Anzeigen aus der Nachbarschaft wegen illegaler Ferienvermietung seit 2014 verdreifacht. Als Massnahmen wurden daher neue Abteilungen und Eingreiftruppen zur Bekämpfung ergriffen - Es wird also Eng für das einfache Geld illegaler Ferienvermieter.

Illegale Ferienvermietung

Die örtlichen Finanzämter auf Mallorca und Ibiza haben gesonderte Abteilungen geschaffen, um eine Kontrolle des Ferientourismus bezüglich der Wohnraumsituation zu gewährleisten. Aus diesem Grund haben die Ämter eine Zusammenarbeit zwecks Kontrolle der Wohnungsproblematik zwischen der staatlichen Finanzaufsicht und der lokalen Aufsicht der Balearen beschlossen. Nach Auskunft von Pablo Marcel Torres haben sich die Anzeigen auf den Balearen - hervorgerufen durch Nachbarn bei der zuständigen Finanzbehörde - wegen der vermutlich ungesetzlichen Vermietung von Ferienwohnungen seit dem Jahr 2014 verdreifacht.

Der starke Anstieg dieser Art von Vermietungen veranlasste die Finanzbehörde zwei spezielle Abteilungen auf Mallorca und Eivissa (Ibiza) ins Leben zu rufen, die sich exklusiv nur mit diesem Thema beschäftigen. Dabei wurde dieser Umstrukturierung die bisherige Zusammenarbeit zwischen der nationalen Verwaltung und der der Balearen gut sichtbar, wenn es darum geht, Immobilien aufzusuchen um mögliche Unregelmäßigkeiten aufzudecken. Die entdeckten Betrügereien waren nicht allein das Nichterklären der eingenommenen Gelder aus der Vermietung, sondern sie schlossen auch die erlangten steuerlichen Entlastungen ein, die nur bei normalem selbst genutzten ständigen Wohneigentum gewährt werden.

Offiziellen Quellen zufolge zeigt die oben genannte Zunahme der Anzeigen auf den Inseln seit Durchführung der Inspektionen das ganze Ausmaß dieser Entwicklung bei den Vermietungen auf. Konkret, so betont man, ist die Zunahme der Anzeigen in den letzten Jahren mehr als bedeutsam, da sie sich im Vergleich zum letzten Jahr der Durchführung fast verdreifacht haben. Die Anzeigen werden in den meisten Fällen von den Nachbarn der vermieteten Wohnungen aber auch von den betroffenen Unternehmensverbänden der Branche, die durch diesen illegalen Wettbewerb aus dem touristischen Umfeld leiden, erhoben.

Nach Angaben der Behörden lässt das Internet, auf deren Plattformen die Ferien-Immobilien angeboten werden, die ganze wirtschaftliche Tragweite dieser Vermietungspraktiken erkennen. Auswertungen hatten ergeben, dass wöchentliche Preise von mehr als 60.000 Euro bis zu 100.000 Euro erzielt wurden.

Die Finanzbehörden arbeiten in dieser Angelegenheit auf verschiedenen Feldern. An erster Stelle haben sie ihr Engagement auf der Straße durch zielgerechte Planung der Besuche verstärkt und sich den wirtschaftlichen Gegebenheiten der einzelnen Zonen angepasst. Am Beispiel Mallorcas hat man erkannt, dass die Spitze der Vermietungen in den Monaten zwischen Juni und September erreicht wird. Eine Neuigkeit weist dieses Jahr auf: Die lokale Finanzbehörde der Balearen (ATIB) ist mit eigenem Personal vertreten und verstärkt damit die staatliche übergeordnete Finanzbehörde.

Die intensive Beteiligung der regionalen Mitarbeiter zielt darauf ab, schon im Vorfeld die betrügerischen Machenschaften zu erkennen, die durch kriminelle Anwendung der neuen Touristensteuer begangen werden können. Die Finanzbehörde hat in diesem Sommer elf Eingreifgruppen organisiert, um die angebotenen Vermietungsobjekte zu besuchen, dadurch an Informationen zu gelangen und mögliche Unregelmäßigkeiten zu erkennen. Priorität wird den Objekten zuerkannt, die den höchsten Wert eines möglichen Betrugs ausmachen.

Verifizierung der Daten über die Ferienvermietung

Wie die Direktorin de ATIB ausführte, ist die Zusammenarbeit mit den staatlichen Stellen so angelegt, dass die "Conselleria"der staatlichen Finanzbehörde einfachen Zugriff auf alle erhobenen Daten der Gruppen in der betroffenen untersuchten Sommerperiode erhalten wird. Betont sei die Absicht beider Finanzbehörden (lokal und überregional) auch in den nächsten Jahren im Sommer wieder zusammen zuarbeiten.

Seitens der übergeordneten staatlichen Administration wird versichert, dass die Besuche der betroffenen Immobilien nicht Blindlinks erfolgen, sondern dass schon vorher eine Selektion der Objekte stattfindet. Heute wird deshalb den erstatteten Anzeigen eine große Bedeutung beigemessen. Diese erhobenen Daten werden auch an die Behörde "Comunidat Autònoma" übermittelt. Von dort werden sie der "Conselleria" der Finanzbehörde zugeführt. Außerdem ist es ein ganz gewöhnlicher Weg, sich die Webseiten anzusehen, auf denen diese Wohnungen vermarktet werden, damit diesen dann ein Besuch abgestattet werden kann. Dieses Vorgehen erlaubt an Daten heranzukommen, wie z. B. geleistete Zahlungen bis zu 100.000 Euros pro Woche für einige Objekte der Superklasse.

Konkrete Beispiele:

Eine Ahndung führte dazu, eine Villa in Eivissa mit 1.000 Quadratmetern und mit mehr als einem Dutzend Zimmern ausgestattet, die für 30.000 Euros wöchentlich in den Sommermonaten vermietet werden sollte, ausfindig zu machen. Die Mietzahlung wurde in Teilzahlungen über Konten in der Schweiz abgewickelt, obwohl der Eigentümer seinen Wohnsitz in Spanien hat.

Ein anderes gewöhnliches Vorgehen besteht darin, Immobilienfirmen und Makler aufzusuchen, um von denen Daten und Informationen über Vermietungen zu erhalten. Bei diesen Besuchen werden die speziellen persönlichen Informationen über das System "Unidades de Auditoria Informátca" erfasst, was ermöglicht, die Daten mit hohen Immobilienwerten, die Eigentümer und Mieter sowie die Zahlungswege dieser Liegenschaften zu erhalten und später mit den hinterlegten Daten des Finanzamtes zu vergleichen.

Seitens der staatlichen Verwaltung wird versichert, dass es effektiv ist, diese Besuche der Immobilien ohne Scheuklappen durchzuführen, da vorher immer eine entsprechende Auswahl vorgenommen wird.

In diesem Jahr wurden die Initiativen der schon erwähnten Zusammenarbeit mit der "Agencia Tribuaria balear" auf Mallorca und Eivissa zur Feststellung der Datensammlung nochmals verstärkt und die Bemühungen zielen in erster Linie darauf ab, die Ferienimmobilien sowie die Steuerzahler zu überprüfen. Ebenfalls wurden Computerdaten der entsprechenden Webseiten, auf denen die Ferienimmobilien angeboten wurden, an die Verwaltung der Vermittlungsfirmen verschickt.

Sobald über die gesamten Informationen durch die getroffenen präventiven Maßnahmen verfügt werden kann, ist der Zeitpunkt gekommen, die entsprechenden Immobilien auszuwählen, die während der Touristenzeit gemietet werden sollen. Hier spielen natürlich die Immobilien mit der höchsten Wertstufe die alles entscheidende Rolle. Man will herausfinden, wem gehört die Immobilie, wer sind die Mieter, und welche Beträge wurden gezahlt und auf welche Art und Weise erfolgten dann die Zahlungen? Mittels dieser Daten ist dann ein Abgleich in der Behörde mit den vorher gemeldeten Daten möglich.

Quellen der "Agencia Tributaria" warnen davor, die Überwachung nur ausschließlich für die während des Sommers erfolgten Vermietungen durchzuführen, sondern diese auch auf die ständig bewohnten Immobilien auszudehnen. Aufgrund der früher abgegebenen Meldungen und mit ergänzenden neuen Daten, wie z.B. der Stromverbrauch, kann leicht festgestellt werden, ob die Immobilie ständig bewohnt ist und über welchen Zeitraum dies der Fall war.

Entdeckte Unregelmäßigkeiten

Die auf den balearischen Inseln in diesem Jahr durchgeführten Kontrollen haben auf den ersten Blick ergeben, dass die erhaltenen Einnahmen aus den Vermietungen korrekt erklärt wurden. Der Schwerpunkt der Überwachung bestand in diesem Jahr darin, zu prüfen, ob die Anwendung der Ökosteuer hinsichtlich der Fläche durch das autonome Personal korrekt durchgeführt wurde.

Aber die Liste der Unkorrektheiten endet damit noch nicht.

Seit die genannten staatlichen Institutionen auch davon berichten, dass es Fälle gibt in denen die Eigentümer von Immobilien danach abzielen, sich steuerliche Vorteile zu verschaffen, indem sie angeben, dass die Immobilie ihr ständiger Wohnsitz ist und sie diese Investition getätigt haben. In Wirklichkeit handelt es sich aber um eine Vermietungsimmobilie. Hier wird eine doppelte Betrugsabsicht vermutet, weil die Einnahmen aus der Vermietung nicht deklariert, sondern als Schwarzgeld vereinnahmt wurden.

Bei einigen aufgedeckten Fällen wurde vorgetäuscht, dass die Wohnung lediglich gemietet ist, um sämtliche Kosten, die mit Gebrauch der Immobilie verbunden sind, zu vermeiden.

Andere Fälle wiederum deckten auf, dass Eigentümer von Immobilien auf Mallorca mit einem falschen Namen operierten oder mit Vermietungsbüros in Kontakt waren, die anboten, die Gelder aus der Vermietungstätigkeit über sogenannte Steuerschlupflöcher zu schleusen und damit zu verschleiern.

Zusammenfassung:

Begleitende Maßnahmen:

  • Geplante Besuchstermine als Vorbereitung.
  • Intensives Studium der Webseiten im Internet.
  • Präventives Handeln, um Betrügereien zu verhindern.
  • Datenabgleich mit den betreffenden Behörden auf Mallorca und Ibiza
  • Vorherige Auswahl der Steuerzahler und der zu prüfenden Immobilien auf den Balearen.

Zusammenarbeit:

  • Gemeinsame Überwachung und Kontrolle (staatliche und lokale Einheiten) auf Mallorca und Ibiza.
  • Überwachung, ob die neue Touristensteuer korrekt angewendet wird.
  • In 2017 Schaffung von insgesamt elf Kontrollgruppen.