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Mallorca als Altersruhesitz

Wenn der große Stress vorbei ist und endlich der wohl verdiente Ruhestand beginnt, überlegt so mancher Rentner oder Pensionär, seinen beziehungsweise ihren künftigen Wohnort in wärmere, klimatisch angenehmere Gefilde zu verlegen. Mallorca bietet sich zum Auswandern aus mehreren Gründen an.

Fischerdorf am Strand

Auf nach Mallorca

Warum in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah. Diese Abwandlung eines von Goethe verfassten Vierzeilers mit dem Namen "Erinnerung" trifft im besonderen Maße auf Mallorca zu. Sicherlich werden nun einige Leser denken, das Mallorca ja auch in der Ferne liegt, rein reisetechnisch trifft dies aber schon lange nicht mehr zu. Die Balearen, zu denen Mallorca wie auch Ibiza und Menorca gehören, sind von fast jedem internationalen Flughafen in Deutschland in rund 2 ½ Stunden erreichbar. Die Beliebtheit der Mittelmeerinsel sorgte dafür, das die Fluggesellschaften ihr Flugangebot kontinuierlich ausbauten, sodass heute tägliche Flüge zwischen der Insel und der Bundesrepublik stattfinden und das von den meisten großstädtischen Flughäfen Deutschlands nach und von Palma de Mallorca, der mallorquinischen Hauptstadt. Wo immer also in Deutschland die eigentliche Heimat liegt, in der Regel ist sie nur wenige Kilometer vom nächsten Flughafen und damit von der neuen Heimat Mallorca entfernt.

Wenn dies in Vergleich gesetzt wird zu anderen südlichen Reisezielen so sind es etwa bei den Kanaren im Atlantik bereits 4 Flugstunden und bei echten Fernzielen wie der Karibik oder Thailand 9 bis 15 Stunden reguläre Flugzeit. Nach Mallorca zu fliegen ist schon eher wie den Nahverkehrszug zu nutzen, um mal schnell einen Freund in einem anderen Stadtteil zu besuchen.

Auf Mallorca wohnen

Schon heute leben bereits rund 35.000 ausländische Residenten auf Mallorca, wovon ein beträchtlicher Teil aus Deutschland stammt. Es muss folglich nicht befürchtet werden, in einem fremden Land die eigene Sprache zu vergessen oder vermissen zu müssen. Darum muss sich diesbezüglich keine Sorgen gemacht werden. Wer sich nun also mit dem Gedanken trägt, seinen beziehungsweise ihren Lebensmittelpunkt auf eine Insel zu verlagern, deren Klima eine Jahresdurchschnittstemperatur von 16,1 Grad Celsius aufweist, der sollte einige Punkte beachten, die notwendig sind, um einen einfachen Umzug zu bewerkstelligen.

Reisedokumente

Da sowohl Spanien wie auch Deutschland EU-Länder sind, besteht das gegenseitige Recht auf Freizügigkeit, was bedeutet, das im Prinzip der Personalausweis genügt beziehungsweise der Reisepass, da der Personalausweis eigentlich ein Dokument ist, das mit dem Wohnort in Deutschland verbunden ist. Wer sich in Deutschland an seinem alten Wohnort abmeldet, dessen Personalausweis besitzt dann nur noch Gültigkeit entsprechend der darauf angegeben Laufzeit. Bei der Abmeldung in Deutschland sollte eine Abmeldebescheinigung verlangt werden.

In Mallorca angekommen

Die ersten drei Monate ist eine Anmeldung als "Extranjero" so die spanische Bezeichnung für Ausländer, für EU-Bürger nicht notwendig. Danach sollte eine Anmeldung bei der Policia National im Oficina Unica de Extranjero in Palma de Mallorca erfolgen, um eine Identifikationsnummer zu erhalten. Dies gilt auch wenn der Wohnsitz in Deutschland beibehalten wird. Nicht wenige Residenten unterhalten lediglich eine Ferienwohnung auf der Insel. Wer komplett umzieht, fällt dann auch unter die steuerliche Erfassung des spanischen Finanzamtes. Das wiederum ist ein Wermutstropfen, der der besonderen Erklärung bedarf.

Steuern in Spanien

Das spanische Finanzamt besteuert Renten ab einer Höhe von 7000 Euro jährlich mit der normalen Einkommenssteuer, womit die Rentenbesteuerung wesentlich höher ist als in der Bundesrepublik. Auch die Erbschaftssteuer ist in Spanien wesentlich höher als in Deutschland. Schon aus diesen Gründen raten sowohl Fachanwälte wie auch Auswanderer selbst dazu, den Erstwohnsitz und damit die steuerliche Anmeldung in Deutschland beizubehalten. Gleichzeitig bietet der beibehaltene erste Wohnsitz Deutschland meist noch Vorzüge im Rentenbezug. Die einfachste Lösung für dieses Problem wäre die Beibehaltung des ersten Wohnsitzes in Deutschland und den Rentenbezug auf ein deutsches Bank-Konto. Damit hier wiederum die Bankgebühren bei Abhebungen nicht aus dem Ruder laufen, lohnt es sich eine oft noch gebührenfreie Kreditkarte zu nutzen. Rein theoretisch verlangt das deutsche Steuerrecht, das der Erstwohnsitz mindestens 6 x pro Jahr aufgesucht wird, um als Lebensmittelpunkt zu gelten, aber überprüft wird dies in der Regel nicht. Der deutsche Erstwohnsitz sorgt zudem dafür, dass bestimmte bürokratische Hindernisse in Mallorca vermieden werden. So verlangen die Ämter oft einen Nachweis über die Höhe der Rentenansprüche und eine bestehende Krankenversicherung. Diese besteht bei Rentnern so oder so und ärztliche Leistungen können mit der europäischen Krankenversichertenkarte, der EHIC, auch in Spanien in Anspruch genommen werden. Allerdings wird oft Vorkasse verlangt und die Arzt- oder die Klinikrechnung kann später bei der deutschen Krankenkasse eingereicht werden.

Ist Mallorca teuer?

Ja und Nein. Wer sich täglich in El Arenal aufhält und Party feiert oder seinen Wohnort an den bekannten Promi-Wohnstätten wie Puerto de Andratx wählt, wird schon eine gehörige Summe für den monatlichen Unterhalt benötigen. Da der Tourismus mit rund 10 Millionen jährlichen Besuchern die größte Einkommensquelle für die Mallorquiner darstellt und damit viel Geld auf die Insel fließt, zählt auch das Pro-Kopf-Einkommen zu den höchsten in Spanien. Trotzdem liegen die monatlichen Bezüge deutscher Rentner oder Renterinnen im Durchschnitt über dem eines mallorquinischen Arbeiters oder erst recht eines mallorquinischen Ruheständlers. Folglich lässt es sich mit etwa 1000 bis1500 Euro im Monat ganz gut leben, selbst wenn auf der Einkaufsliste die eine oder andere Importware aus Deutschland steht, die auch im Ausland in der Küche nicht fehlen soll. Die spanische und speziell die mallorquinische Küche ist recht abwechslungsreich und selbst kleinere "Supermercados" auf dem Land führen aufgrund des Touristenandrangs ein recht vielfältiges und preisgünstiges Angebot.

Den Anfang abfedern

Auch als Rentner mit Erstwohnsitz in Deutschland und erst recht bei der kompletten Umsiedlung sollte für den Neuanfang unter spanischer Sonne ein kleines Polster bereitliegen, das unerwartete Ereignisse abzufedern hilft. Selbst wenn die beruhigende, monatliche Rentenzahlung im Hintergrund steht, können immer wieder Ereignisse eintreten, die höhere Kosten verursachen. Gerade bei der Eingewöhnung in ein neues Umfeld mit eventuellen Sprachbarrieren und einer klimatischen Umstellung bestehen immer Risiken. Das finanzielle Polster sollte auf jeden Fall so groß sein, das im Ernstfall, etwa eine schwere Erkrankung, der problemlose Rücktransport finanziert ist. Diesen Anfangsschwierigkeiten kann zumindest etwas begegnet werden, indem in vorhergehenden Urlaubsreisen und durch vorbereitende Sprachkurse die Kultur und die Eigenheiten der Gast-Insel Mallorca verinnerlicht werden. Dann ist das Auswandern nach Mallorca, gleich in welcher Form, ein Vergnügen, das mit Sonne, viel Natur und blauem Meer zusätzlich belohnt wird.