Mallorca Immobilien Blog

Trotz des neuen Gesetzes zur touristischen Ferienvermietung fallen die Mietpreise (noch) nicht im Geringsten

Entgegen den Erwartungen so manch eines Wohnungssuchenden, nach dem Eintreten des Gesetzes zur touristischen Ferienvermietung nun eine bezahlbare Wohnung zu finden, scheinen die Wohnungseigentümer laut den Aussagen der Immobilienmakler abzuwarten, ob ein bestimmtes Urteil die Beschränkungen und Sanktionen vielleicht doch noch auflöst, die die Regierung gegen die Ferienwohnungen angestrengt hat.

Wohnung mit Aussicht

Das Androhen von Geldbußen zur Eindämmung des Wohntourismus führte also nicht zu einem Rückgang der Mietpreise bei der Langzeitmiete. Das seit August 2017 bestehende neue Gesetz konnte die damit von der Regierung getroffenen Maßnahmen zur Rückführung von Wohnungen und Einfamilienhäusern in den regulären Wohnungsmarkt nicht leisten, sagen Marktbeobachter, Immobilienmakler und Eigentümergemeinschaften. Die Eigentümer der betroffenen Wohnimmobilien warten ab, ob es noch eine Entscheidung zu ihren Gunsten geben wird, die die Strafen für nichtig erklärt und hoffen, auch weiterhin hohe Erträge aus der nächste Saison einfahren zu können, indem sie weiterhin ihr Eigentum an Touristen vermieten. Gemutmasst wird auch, dass Wohnungseigentümer hoffen, wenigstens noch das Geschäft über die Osterfeiertage mitnehmen zu können.

Dabei sind die Sanktionen, die in der neuen Tourismusgesetzgebung gegen unrechtmäßige Ferienvermietung vorgesehen sind extrem hoch und liegen zwischen 20.000 und 40.000 Euro. Bei Mehrfamilienhäusern die auf Plattformen wie etwa Airbnb als touristische Mietangebote aufgeführt sind, können diese drakonischen Strafsummen verhängt werden - unabhängig davon, ob sie nun gebucht werden oder nicht. Aber selbst das hat bei den Eigentümern dieser Häuser zu keinem Umdenken geführt. Vielmehr haben viele sich entschieden, ihre Preise für den Wohnungsmarkt nicht zu senken um lokalen Kunden das Mieten zu ermöglichen.

Auch dürften viele Eigentümer in die Renovierung ihre Immobilien investiert haben, um sie für Touristen attraktiver zu machen. Oder sie haben gleich Wohnimmobilien gekauft im Hinblick auf eine lukrative Rendite dadurch, sie auf dem touristischen Markt zu vermarkten und so die entsprechende Hypothek zu bezahlen. Das ging nun aber leider für einige etwas nach hinten los und daher ist der Trotz auch verständlich.

Vorerst keine Besserung bei den Immobilienpreisen für Mietobjekte in Sicht?

Die These, an die viele von ihnen glauben lautet, dass schließlich trotzdem ein Gericht das Verbot der touristischen Vermietung aufhebt und für ungültig erklärt, denn der Eingriff in das Gesetz Ley de Arrendamientos Urbanos sei zu gravierend und würde die Möglichkeit sprengen, die jetzigen Sanktionen umzusetzen.

Realistisch gesehen führt diese Situation dazu, dass die Mietblase auf Mallorca vorerst nicht zusammenfällt. In den besten Vierteln von Palma (Zentrum / Altstadt) und in vielen touristischen Gebieten ist es sehr schwierig, eine Wohnimmobilie unter 1.000 Euro pro Monat zu finden, oder für 800 in den nahen Einzugsgebieten von Palma. Die Preise bleiben also weiterhin außerhalb der Reichweite eines großen Teils der Bewohner.

Diese Tatsache erklärt auch die lange Warteliste, die vom Institut für Wohnungswesen der Balearen (Ibavi) registriert wird, damit Bürger eine der staatlich subventionierten Wohnungen mieten können die wesentlich billiger als diejenigen auf dem freien Markt sind. Die Regierung hat in diesem Zusammenhang auch die Förderung von mehr Gebäuden angekündigt.

Mal sehen, wie sich das im kommenden Jahr 2018 noch entwickeln wird. Ob es erneut einen solchen Andrang an Touristen wie dieses Jahr geben wird oder ob sich das neue Gesetz positiv auf die Wohnsituation bei der Langzeitvermietung auswirken kann.