In Gewerbeimmobilien auf Mallorca investieren: Die Geschäftsübernahme / Traspaso

Gewerbeimmobilie auf Mallorca

Der Begriff Traspaso

Auf Mallorca kann man preiswert eine Gewerbeimmobilie übernehmen und von dem Deal langfristig profitieren. Dabei gibt es eine recht merkwürdige Formel. Diese Formel ist kaum rechtlich geregelt worden und nennt sich "Traspaso". Das Wort "Traspaso" steht für "Übergabe" oder "abtreten" und wird zum Beispiel in Hinblick auf die Politik verwendet, wenn ein Politiker seinen Amt übergibt oder ein Regierungswechsel stattfindet. Sie können auf Mallorca ein Geschäft das abzutreten ist durch ein Schild im Schaufenster erkennen, auf dem "se traspasa" steht.

Rechtliche Voraussetzungen bei der Geschäftsübernahme

Das spanische Recht ermöglicht es, einen Laden zu übernehmen. Damit wird nicht nur die Übernahme des Mobiliars oder des Warenbestandes gemeint, sondern der Mietvertrag läuft ganz normal weiter, lediglich der Vermieter darf die Miete um 10 bis 20 Prozent erhöhen. Besonders bei älteren Mietverträgen kann das sehr vorteilhaft sein, denn die Mietverträge von früher sind deutlich kostengünstiger, selbst wenn der Vermieter die Miete um 20 Prozent anpreisen lässt. Die Betriebsgenehmigungen der Gewerbeimmobilien können im Rathaus ebenfalls auf den neuen Mieter überschrieben werden. Somit müssen Sie zum Beispiel als neuer Chef von einer Diskothek oder einer Bar, keine neue Ausschankgenehmigung für alkoholische Getränke einholen. Ebenfalls müssen Sie keine Lizenz holen, damit Sie rund um die Uhr geöffnet haben dürfen.

Für den gültigen Traspaso benötigen Sie allerdings einen Notar, damit Sie den Vertrag wirksam abschließen können. In dem Vertrag verpflichten Sie sich als neuer Ladenbetreiber, dass Sie mindestens ein Jahr lang dieselbe Aktivität ausüben werden. Das bedeutet, wenn Sie eine Bar übernehmen, bleibt das Geschäft mindestens ein Jahr lang eine Bar.

Der ehemalige Betreiber muss sich laut Vertrag auch zu etwas verpflichten, nämlich, dass er innerhalb einer Frist von einem Monat, dem Vermieter die Geschäftsübergabe schriftlich geltend machen wird. Der Vermieter und somit der alleinige Eigentümer von dem Gebäude, in welchem sich das Geschäft befindet, hat keinen Anspruch gegen den neuen Mieter. Allerdings kann kein gültiger Traspaso stattfinden, wenn im Mietvertrag von vornherein festgelegt wurde, dass kein Traspaso stattfinden darf. In einigen Mietverträgen gibt es eine Klausel, die besagt, falls ein Traspaso stattfinden soll, kann sich der Vermieter an einem Teil der Gesamtsumme beteiligen, wenn das Geschäft übergeben wird. In solchen Klauseln wird der Anteil des Vermieters mit 10 bis 30 Prozent von der Gesamtsumme angegeben. Somit ergibt sich Folgendes, und zwar wenn Sie das Geschäft für 30.000 Euro übernehmen, bekommt der Vermieter bei 30 Prozent, 9.000 Euro.

Bei solchen Verträgen wird oft eine Vereinbarung zwischen dem alten und dem neuen Betreiber getroffen, die zwar illegal ist, aber oft angewandt wird. Im Traspaso wird ein geringerer Gesamtbetrag angegeben, damit der alte Betreiber weniger Geld an den Vermieter zahlen muss. Später wird die Restsumme einfach schwarz übergeben.

Von solchen Methoden sollte man sich lieber fernhalten. Unter anderem, weil Sie hiermit gegen mehrere Gesetze verstoßen würden. Das Steuergesetz und damit verbundene Steuerhinterziehung könnte Sie sogar ins Gefängnis bringen, je nach dem, um welche Summe es sich handelt. Daher empfiehlt es sich, von solchen Methoden die Finger zu lassen und alles Transparent zu halten.

Bei den Gewerbeimmobilien hat es selten an Nachfrage gemangelt. Allerdings können die Preise für den Traspaso in der Regel stark nachverhandelt werden. Das liegt unter anderem daran, weil die Betreiber ihr Geschäft oft so schnell wie möglich loswerden wollen oder müssen. Dabei muss der Verkaufswille gar nichts mit der schlechten Lage des Geschäfts oder anderen Gründen zu tun haben, die sich auf das Geschäft auswirken könnten. Meistens möchten die Betreiber ihr Geschäft schnell übertragen, um an das Geld zu kommen und investieren zu können. Oftmals übergeben die Betreiber ihr Geschäft aber auch, weil sie persönliche (finanzielle) Schwierigkeiten haben und dringend Geld benötigen. Somit kommen die Betreiber auf die Idee, ihr Geschäft zur Übergabe freizugeben. Versuchen Sie, die Gründe mit etwas Diplomatie zu erfahren, damit Sie ausschliessen können, ob es nicht vielleicht doch an z.B. der Lage oder am Ruf der entsprechenden Gewerbeimmobilie liegt.

Der Traspaso ist eine beliebte Investitionsmöglichkeit für Existenzgründer

Auf Mallorca wird diese Art von Geschäft sehr oft und gerne getrieben. Vor allem die lukrativen Preise locken immer mehr deutsche Touristen nach Mallorca, um dort ein eigenes Geschäft zu eröffnen. In einem Dorf kann ein kleines Geschäft bereits für 8.000 bis 10.000 Euro übernommen werden. Eine Cafeteria mit einem festen Kundenstamm kann bereits für 30.000 Euro übernommen werden.

Möchten Sie etwas tiefer in die Tasche greifen und ein erfolgreiches Geschäft übernehmen, dann sollten Sie sich auch in Palma umschauen. Für ungefähr 85.000 Euro können Sie hier ein Restaurant mit der Stammkundschaft übernehmen. Solche Gewerbeimmobilien sind hier heiß begehrt und werden sofort übernommen. Schließlich ist Palma die größte Stadt auf Mallorca. Haben Sie ein Geschäft im Zentrum Palmas übernommen, werden Sie auf jeden Fall erfolgreich arbeiten und Gewinne verzeichnen können. Eine solche Übernahme wird sich sehr wahrscheinlich lohnen, denn man übernimmt die komplette Einrichtung mit allen Waren und behält praktisch denselben Mietpreis. Dabei bekommt man ein Geschäft in einer relativ guten Lage und wird am Ende die Investitionssumme schnell wieder reinholen und Gewinn machen können.