Fincabesitzer auf Mallorca: Wer trägt die Kosten bei Baumaßnahmen der Gemeinde?

Die detaillierten gesetzlichen Vorgaben zur Landentwicklung werden gemäß der spanischen Verfassung an die autonomen Regionen selbst delegiert, sodass auf Mallorca in Einzelheiten andere Bestimmungen gelten können als auf dem Festland. In Valencia und Andalusien hat es in jüngster Zeit Probleme mit dem Regulationsgesetz Ley de Regulación de Actividad Urbanística (RAU) gegeben, das Spielraum für Missbrauch zulasten lokaler Landbesitzer bietet, da Bauunternehmer selbst Land erwerben und in einer junta de compensación maßgeblichen Einfluss nehmen können. Auf Mallorca besitzt dieses Gesetz aber keine Gültigkeit.

Je stärker der offensichtliche Bedarf an infrastrukturellen Verbesserungen auf dem Grundstück Ihres Landhauses ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass die lokalen Behörden diese auch initiieren werden, beispielsweise Straßenbeleuchtung. Sollte die Gemeinde auf deren Einrichtung bestehen, werden die Kosten solcher Projekte nicht etwa auf sämtliche Anrainer umgelegt und über deren Gemeindesteuer abgerechnet, sondern nur von den Besitzern der betroffenen Grundstücke getragen. Das bedeutet für Sie, dass Sie meist nur sehr niedrige Gemeindesteuern entrichten müssen, da Sie eben nicht für infrastrukturelle Verbesserungen auf anderer Leute Grund mitbezahlen; in manchen Jahren kann aber für solche Maßnahmen eine erhöhte Summe fällig werden. Die Gemeinde kann außerdem zwangsweise einen Teil Ihres Lands erwerben, um zum Beispiel den Ausbau einer Straße zu ermöglichen. All das mag unbequem klingen, es gilt aber auch zu bedenken, dass solche Maßnahmen letztlich den Wert und somit den potenziellen Wiederverkaufspreis Ihrer Immobilie erhöhen.